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Loop 5 set up
(Ueli Hauser HB9TTI)

Menü Punkt 3: der Hauptgang
Da sitze ich während, so hoffe ich, die im Januar bestellte Antenne in Zaragoza aus dem Ebro gefischt wird. Das Warten ist so eine Sache. Es geht einem da einiges durch den Kopf. Vor allem die Frage ob man nicht im Uebermut sich einen zu grossen Brocken abgebissen hat und nun mit der Verdauung zu kämpfen hat. Nun, Joan ,meine liebe Frau, hat oft einen guten Ratschlag für verfahrene Situationen, wenn ich nur zuhören würde! Doch dieses Mal hörte ich auf sie als sie mir den Leitspruch zu Bedenken gab: „Es ist das quitschende Rad welches das Oel erhält.“



So schrieb ich alle paar Wochen ein kurzes email an Carlos bei INAC. Oft bekam ich keine Antwort. Als Ansporn teilte ich ihm beiläufig mit, dass ich einen Bericht über die Antenne ins Internet stelle. Dann aber schrieb er mir, dass sie am Farbe spritzen sind. Er dankte mir auch für die Geduld. Das tönte recht erfolgversprechend. In der Zwischenzeit durchforschte ich das Internet um mehr über die Antenne zu erfahren. Da war ein Forum. Ernüchternd. Die meisten Beiträge waren Kommentare von HAMs ohne Erfahrung mit der Antenne. Die legte ich beiseite. Da war aber Thomas HB9DUQ aus Einsiedeln. Er hatte im Oktober eine Antenne bestellt. Ich schrieb ihm und hörte, dass er immer noch warte, dabei sei ihm die Antenne auf Ende Januar versprochen worden.


Fleissig schrieb ich emails an Carlos. Dann, Anfang April fand ich eine email in meiner Box. Ein Spediteur in Madrid hat ein Packet erhalten und anscheinend war ich der Empfänger.War dies richtig? Wow, da läuft nun doch etwas. Schnell bestätigte ich. Rückbestätigung! Das Packet hatte die Grösse 1.2 x 1.2 x 0.15m und wiegt 15 kg. Nach einigem Hin & Her der Bescheid, dass Auslieferung in 5-6 Arbeitstagen erfolge. Hier noch die „Tracking Number“. Das war mir recht, denn ich musste noch für ein paar Tage weg. Da war ja noch das Wochenende dazwischen. Unterwegs, am Montag Morgen, schaute ich unter der Auftragsnummer nach und fand zu meiner Ueberraschung, dass am Morgen bereits die Zollabfertigung vorgenommen wurde und die Sendung schon auf dem Weg zu mir war. Offenbar war der gute Fahrer über das Wochenende von Madrid nach Zürich geblocht. Da musste ich schalten. Mein Nachbar, der freundliche, war gerade an einem Modifikationsprojekt an seinem Auto und er war bereit die Sendung in Empfang zu nehmen. Später erfuhr ich, dass seine Frau das Packet in ihre Wohnung schleppte. Was für einen Service!

Ich konnte es kaum erwarten nach Hause zurück zu kehren und die Verpackung zu öffnen. Ich konnte keinen Transportschaden feststellen. Doch fand ich Oelflecken auf der Verpackung-Innenseite und an einigen Stellen der Antenne. Dies war schon von anderen HAMs im Forum festgestellt worden. Ich schickte ein Email an Carlos und fragte ihn ob man gelegentlich Oel nachfüllen müsse, ich fände jedoch keine Einfüllöffnung. Nein, ich brauche keine Bedenken zu haben. Das Oel stamme lediglich vom Getriebe welches den Drehkondensator verstellt. Sie hätten es vor der Montage gründlich geschmiert. Ja, das kann man wohl sagen!
Loop 4 detail
Ich packte weiter aus und inspizierte die Fabrikation. Ich stellte bald fest, dass ich noch einige Nachbesserungen vornehmen musste, denn die Kabelanschlüsse waren nicht gegen Wetter geschützt. Auch Elektrodose und Koaxanschluss hatten keine Dichtung oder Abdeckung. Es scheint, dass dort wo die Antenne her kommt selten Regen fällt, aber wenn er es alle 100 Jahre tut dann zünftig. Auch zeigten enige Stellen Bedarf an einer kleinen Nachbehandlung. Gesamthaft würde ich jedoch sagen, dass die Antenne von der äusseren Fertigung nach beurteilt die Bezeichnung „Version 1, Serie 1“ erhalten sollte.
Loop 3 connectors
Das erste Problem neben dem Aussehen ist jedoch, dass die Antenne etwa 12kg wiegt und mit den Kondensatoren-Behältern im Oberteil doch eniges an Windlast erzeugen kann. Ich musste also eine solide Stütze konstruieren und einen geeigneten Befestigungsort finden. Der Schirmständer den ich vorgesehen hatte war zu leicht. Ich wollte die Antenne nicht beim ersten Wind am Boden liegend finden. Nach mehreren Ausflügen zu COOP Hobby und Hornbach hatte ich eine Stütze gebastelt und Verstrebungen zum Balkongeländer als Fixierung gebaut. Noch war alles etwas provisorisch.

Wieder einmal kam das Wetter mit periodischen Regengüssen und ich musste meine Arbeit unterbrechen. Dies gab mir nun Zeit, die Details zu überdenken. Auch der Standort ist nicht definitiv. Die Kritikaster-Nachbarn unten und oben müssen sich auch langsam daran gewöhnen und ich muss deren Schmerzgrenze ausloten. Mit dieser Antenne bekommt mein Balkon nun wirklich einen mehr professionellen Charakter!  Wenigstens habe ich etwas in den Händen. Thomas sagt mir, dass er immer noch wartet und Carlos bei INAC sagt, dass sie am Abarbeiten der Bestellungen sind.  Ich bin froh, auf Joan gehört zu haben. „Das quitschende Rad erhält das Oel.“

Gerne werde ich meine weiteren Beobachtungen an dieser Stelle weiter geben. Nach einem währschaften Hauptgang muss man eine Pause einlegen und da sind noch andere (nicht Amateur bezogene) Projekte die da warten.

Bis Bald!

Ueli Hauser  HB9TTI