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Colorado / USA: Getting Started

Ueli Hauser HB9TTI  27.7.2016

Wie einige Jahre zuvor sind Joan und ich wieder in unser Sommerquartier in Colorado umgezogen. Vielleicht war es die Vorahnung bezüglich schlechtem Wetter in der Schweiz. Hier angekommen begrüsste uns Sonnenschein mit einem gelegentlichen Sprutz Regen am Nachmittag. Je nach Windrichtung war manchmal auch Rauch von den nahen oder auch fernen Waldbränden festzustellen. Trotzdem war das Wetter einladend zur morgendlichen Velorundfahrt und am Nachmittag Arbeit im Freien.

Unter Arbeit verstehe ich entweder meine Lieblingsbeschäftigung, die Waldpflege mit Baumfällen, Zerkleinern und Äste zusammentragen, oder wie es sich nach unserem Eintreffen gehört, dem Aufstellen oder Aufhängen der Funkantennen. Bei der VHF Antenne auf den Dach kein Problem. Diese hat unsere Abwesenheit gut überstanden und gleichfalls auch das Koaxialkabel. Keine Knabberspuren oder wetterbedingte Kurzschlüsse. Der Fan-Dipol lag noch aufgewickelt in der Garage. Die Seile, welche über eine Umlenkrolle in den paar nahen Tannen hängten, waren noch da, bis auf eines davon das von der UV Strahlung richtig zerfressen und aufgelöst war. Kein Problem. Die Kletterroute von Ast zu Ast die Tanne hinauf zur Umlenkrolle kannte ich noch auswendig und bald war das neue Seil installiert. Nun war es ein Leichtes die lange Dipolantenne zwischen zwei Bäumen aufzuspannen und den mittleren Speisepunkt auch noch anzuheben. Noch das Coax durch das Rohr in der Hauswand stossen und fertig war die Sache. Bald tönten die Vertrauten Geräusche aus dem Radio und auch die ausgeschickten Signale wurden bestätigt.

Mein Standort liegt in einem Tal zwischen zwei Bergzügen. Immer wenn ich erwähne, dass ich auf 9000 ft (2700 m) stationiert bin wird angenommen, dass ich hervorragende Bedingungen habe. Aber leider wachsen die Rocky Mountains ein paar Kilometer vor der Haustür nochmals 5000 ft weiter in die Höhe. Nicht sehr ideal. Ich habe mich deshalb schon wiederholt gefragt ob nicht eine Vertikal-Antenne besser sein könnte, vor allem im Nahbereich.

Estes Antennas 201607
Jedes Jahr wird auch hier Ende Juni der Fieldday abgehalten. Auch dieses Jahr hatten wir drei Stationen mit ihren Antennen. Die Dipol-Drahtantenne für CW, der drehbaren StepIR für die Voice Station und schliesslich noch eine Vertikalantenne für den Besucher-Funk. Wenn auch der Club-Fieldday Standort wesentlich besser als der Meinige zwischen den Bergspitzen ist glaubte ich auf Grund der Contest-Resultate eine Chance für eine Vertikalantenne an meinem Standort auszumachen. Also bestellte ich eine Hustler-5BTV und besorgte mir die erforderlichen Zutaten. Im Wesentlichen waren es sechs Säcke mit Zementmischung für das Fundament und eine Rolle Draht für die Erdungsradials. Ja, und dann noch 25m Coax welches ich bei Amazon.com bestellte, da der lokale Elektronikladen im vergangenen Jahr die Türen dicht gemacht hatte.

Jetzt war Knochenarbeit für Arme und Rücken gefragt. Zuerst das Loch, so tief wie es der felsige Untergrund zulässt, für den Ankerpflock. Dann die Drähte in verschiedenen Längen über den Boden spannen als Ground Plane. Ich habe es bis 20 Radials geschafft bevor die Rolle leer war. Beim Freitag-Zmorge-Höck fragte ich die Runde wie viele Radials gut seien. Die Antwort: Zwischen 4 und 8 spürt man den Unterschied, zwischen 20 und 40 kaum. Also war ich zufrieden, dass die Schweisstreibende Arbeit zu Ende war. Noch musste die Antenne nach Bauanleitung zusammengesteckt und auf dem Eisenrohr im Betonsockel befestigt werden. Der Radio war auch schnell angeschlossen und noch eine kleine Feinabstimmung ausgeführt und schon konnte der erste Kontakt mit einer Station in New York in 2500km Entfernung bestätigt werden. Da der Fan Dipol auch angeschlossen war konnte ich leicht zwischen den Antennen hin und her schalten. Resultat war, dass beide Antennen im Bereich 10-40m etwa gleich waren und erst bei 80m zeigte der Fan Dipole seine Stärke. Das ist auch recht so.

Wenn man schon auf Reisen geht darf man nicht halbwegs still stehen. Ende August und im September beabsichtigen wir ein paar Reisen im Südwesten zu machen. Die meisten Orte haben wir bereits gesehen doch gibt es immer Neues zu erleben. So möchte ich die Canyonlands in der Nähe des Monument Valley besuchen, vor allem da in den letzten Jahren der Colorado Fluss sehr viel weniger Wasser geführt hat und einige Seen einen sinkenden Wasserspiegel haben, vor allem der Lake Powel. Dabei kommen die alten Canyon-Strukturen zum Vorschein.

Schon bei meinem letzten Aufenthalt in Colorado habe ich begonnen meinen alten IC-706 mit Antennentuner in den Explorer einzubauen. Dieses Projekt musste noch abgeschlossen werden und vor allem die drei aufschraubbaren Antennen (10, 20, 40m) einigermassen abgestimmt werden. Ich habe nicht vor grosse Strecken mit den montierten Antennen zu fahren denn die Windlasten beanspruchen die Befestigung zu sehr. Die passende Antenne ist jedoch schnell installiert. Für den Motel Einsatz beabsichtige ich noch einen Reservekoffer mit dem FT-991 und der Tasche mit dem Buddy-Pole mitzunehmen. Man weiss ja nie. Es ist richtig entspannend nach einer langen Fahrt vor dem Radio zu sitzen und langsam den grossen Knopf zu drehen mit einem inneren Blick in die Ferne, gespannt aus welchem Teil er Erde das nächste Signal kommt.
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